Donnerstag, 8. Oktober 2015

Freiheit für Flipper

Gestern um 20.15 Uhr lief auf RTL "Mario Barth deckt auf". In dieser Show bringt Comedian Mario Barth Steuerverschwendung und Behördenwahnsinn ans Licht. In der gestrigen Sendung ging es dabei unter anderem um die Sanierungskosten und Pannen des Nürnberger Delphinariums. Angeblich soll die Stadt beim Bau der neuen Delphin Lagune knapp 35 Millionen EUR an Steuergeldern verschleudert haben. Der Bericht übers Nürnberger Delphinarium hat mich schockiert und dazu bewegt einen persönlichen Post darüber zu Verfassen! 




In Deutschland gibt es noch 2 Delphinarien. Das eine im Zoo Duisburg und das andere im Tiergarten Nürnberg. Dort leben die schönen Meeressäuger in Gefangenschaft und führen vor großem Publikum eintrainierte Shows vor. Ich war noch nie Fan dieser Lebenshaltung für Tümmler. Doch was Mario Barth in seiner Show über das Delphinarium in Nürnberg alles berichtet hat, hat mich in meiner Meinung noch bestärkt!


RTL Mario Barth deckt auf | Bildquelle und Rechte: RTL

Mario Barth deckt auf - Kosten der DelphinLagun Nürnberg


Für seine Recherche beauftrage Mario Barth Hoteltesterin Nina Heinemann das Delphinarium Nürnberg einmal unter die Lupe zu nehmen.

Im Sommer 2011 wurde die Delphinlagune, in Nürnberg fertiggestellt. Es ist das erste Außenbecken, wo die Tiere unter freiem Himmel schwimmen dürfen. Die Gesamtkosten für dieses Projekt betrugen ca. 24 Mio EUR, die laut Homepage des Tiergarten Nürnberg mit mit Mitteln der Bayerischen Landesstiftung, des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg e.V., des Fördervereins „DelphinLagune e.V.“ und Cortal Consors gefördert wurde. Hört sich ja eigentlich ganz positiv an.

Nur wurde bei Mario Barth gezeigt, dass die Investionskosten wegen chaotischer Planungsabläufe, mit knapp 31 Mio EUR weitaus höher waren. Bereits kurz nach Eröffnung weißt die Lagune erhebliche Baumängel auf und wird zum Sanierungsfall. Durch ein Leck trat Salzwasser aus. Es drangen mehrere Tonnen Salzwasser ins Erdreich ein. Nina Heinemann zeigte einen 1.000 m2 großen Wald der dadurch abstarb. Als Notmaßnahme wurde der Wasserspiegel gesenkt und das austretende Wasser wurde in ein Auffangbecken sowie die öffentliche Kanalisation abgeleitet. Außerdem rostet die Stahlbewehrung im Beton des Beckens.

Insgesamt hat die Stadt bisher rund 200 000 Euro für Gutachten und Beratungsleistungen ausgegeben, um die Mängel zu erfassen, anzuzeigen und Lösungen zu entwickeln. Ob die Baufirmen für die erheblichen Zusatzkosten aufkommen, wird per Gerichtsverfahren geklärt. Ab Herbst 2015 sollen diese erheblichen Baumängel nun behoben werden. Mario Barth berichtet, das dafür das alte, stillgelegte Delphinarium wieder in Stand gesetzt werden muss. Die Kosten werden auf ca. 1,1 Mio EUR geschätzt, Dauer ca. ein halbes Jahr. Im Anschluss soll das Leck in der DelphinLagun repariert werden und der Korossionsschutz der Stahlbewehrung soll mit Hilfe von Fremdstrom gewährt werden. Laut Tiergarten Nürnberg für die Delfine unbedenklich.

Trotz der neuen Millionenkosten und ausbleibender Besucher will die Stadt Nürnberg an der Lagune festhalten. Bürgermeister Christian Vogel vor der RTL Kamera: „Das steht nicht andeutungsweise zur Debatte.“


Informationsquellen für diesen Absatz:


Bildquelle und Rechte: Tiergarten Nürnberg | Homepage Delphinarium Nürnberg

Mario Barth deckt auf - Psychodrogen für Delfine

Auch die Haltung der Meeressäuger im Delphinarium Nürnberg geriet bei Mario Barth deckt auf in die Kritik. Nina Heinemann und Mario Barth zeigen Dokumente, die belegen sollen, dass im Nürnberger Delphinarium Tümmler regelmäßig mit Psychopharmaka und Antibiotikum behandelt wurden - die Medikamentenliste zähle über 20 Präparate.

Auszug aus rtl.de:

Zoo-Direktor Dag Encke räumte den Einsatz des Medikaments ein. Gelegentlich in geringen Dosen eingesetzt diene es als Appetitanreger, wenn Delfine schlecht fräßen. Nur in extremen Situationen würden sie damit beruhigt, sagte er. Die Tierschützer werfen dem Zoo hingegen vor, man habe die Tiere mit den Medikamenten ruhig gestellt. Der Einsatz solcher Präparate zeige erneut, dass eine artgerechte Haltung der Meeressäuger in Delfinarien nicht möglich sei.
Unter anderem sei in den Akten eine regelmäßige Verabreichung von Diazepam dokumentiert, einem verschreibungspflichtigen Psychopharmaka gegen Angst- und Spannungszustände, das nur in geringer Einzeldosis und wegen seines Suchtpotentials nicht fortlaufend verabreicht werden dürfe.

Dem nierenkranken Delfin Jenny sollen nach Angaben von WDSF innerhalb von vier Monaten 145 Milligramm Diazepam verabreicht worden sein. Der Delfin Anke erhielt bei einem Transfer von Holland nach Nürnberg im Frühjahr eine Höchstdosis von 30 Milligramm Diazepam und Antibiotika. Dabei soll sich das Tier stark verletzt haben, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Die WDSF hat in dem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Nun wird geprüft, ob das Delfinarium geschlossen werden muss, um eine fachkompetente Oberaufsicht für die Delfinbehandlung zu gewährleisten. "Hier scheinen alle Entscheidungsträger vom Tiergartendirektor bis hin zur zuständigen Tierärztin versagt zu haben", sagt Ortmüller.

Zudem wird untersucht, ob die Antibiotika-Behandlung zum mehrfachen Tod von Delfinen in Nürnberg geführt hat. "Wir haben einen Hinweis eines Biologen von der Ruhr-Universität Bochum vorliegen, dass die Antibiotika-Behandlung der Delfine zur sogenannten 'Herxheimer Reaktion' führen kann, die mit Todesfällen verbunden ist, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird", so Ortmüller. Seit Bestehen des Delfinariums im Jahr 1971 sollen 38 Nürnberger Delfine gestorben sein.

(Quelle: rtl.de)


#freiheitfürdelfine | #freiheitfürflipper

Mario Barth deckt auf - #freiheitfürflipper

Mario Barth forderte alle Fernsehzuschauer auf, in den sozialen Netzwerken eigene Beiträge unter dem Motto „Freiheit für Flipper“ zu posten. Der per Skype zugeschaltete ehemalige TV-Flipper-Trainer, Ric OBarry, bedankte sich ausdrücklich bei Mario Barth und appelierte, keine Eintrittskarten für Delfinarien zu kaufen. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller verwies im Sendebeitrag auf die Möglichkeiten einer Auffangstation für Show-Delfine, wie sie bereits im Dolphin Reef in Israel praktiziert worden seien. Die Tierschutzorganisationen ProWal und WDSF planen dazu das Projekt „Dolphin Care – Rescue Center Red Sea“ das sie auf Facebook vorstellen.

Diese Passage #freiheitfürflipper habe ich Wort für Wort aus folgender Seite übernommen:
http://pressnetwork.de/tag/nina-heinemann/



Mein Wissen über Delfine

Delfine schwimmen bis zu 55 km/h schnell und tauchen bis zu 300 m tief.
Sie zählen zu den intelligentesten Tieren. Die Tümmler können Töne bis weit in den Ultraschallbereich wahrnehmen. Delfine meiden tote Fische.


Ein Auszug aus meinem Kroatien Fotoalbum. Delfine kamen an den Strand. Es war unbeschreiblich!!!


Meine Beweggründe und persönliche Meinung zu dem Thema

Im Kroatienurlaub machten wir mal einen Ausflug an eine relativ verlassenen Bucht. Dort durfte ich unvergessliches Erleben! Wir sahen Delfine in freier Wildbahn, nur ein paar Meter von unserem Schlauchboot entfernt. Es war etwas Atemberaubendes!

Als ich gestern diesen Beitrag bei Mario Barth deckt auf verfolgt habe, war ich schockiert! Ich war mit meiner Familie noch nie im Delphinarium, weil ich noch nie viel von dieser Tierhaltung gehalten habe. Doch durch die Sendung wurde mir bewusst - nur selbst das Delphinarium meiden ist etwas wenig. Es gab mir den Anreiz, unsere Leser auf dieses Thema aufmerksam zu machen und vielleicht etwas Bewirken zu können.

Die Fragen, die sich mir stellen | Dumm gefragt:

Sind die Beckengrößen eines Delphinariums ausreichend, in Angesicht dass Delfine bis zu 55 km/h schnell schwimmen und bis zu 300 m tief tauchen können?

Wenn die Meeressäuger Frequenzen bis in den Ultraschallbereich wahrnehmen können, ist dann der Lautstärkepegel der bei Zuschauerandrang aufkommt nicht unbeschreiblich laut für die Tiere?

Wieso erhalten Delfine toten Fisch als Nahrung, wenn sie diesen doch in der freien Wildbahn eigentlich meiden?

Müssen die Delfine mit Psychopharma ruhig gestellt werden, weil sie einem enormen Stress in unnatürlicher Umgebung ausgesetzt sind? War die Verabreichung von Psychopharma in diesen Mengen notwendig und belegbar?

Warum geht man in Deutschland nicht als gutes Vorbild voran und schließt auch die letzten beiden Delphinarien? Wieso steckt man beispielsweise die anstehenden Sanierungskosten des Delphinariums Nürnbergs nicht in die Auswilderung der Tümmler?

Mir ist klar das die Delfine nicht einfach ins offene Meer geworfen werden können. Aber ich habe gelesen, dass es ein spezielles Projekt des WDSF in Zusammenarbeit mit Pro Wal gibt - "Dolphin Care - Rescue Center Red Sea" Sie ermöglichen, dass Delfine aus Gefangenschaft unter Betreuung von Experten und unter Aufsicht der Tierschutzorganisation in Meeresbuchten ausgewildert werden können.



Ich verurteile nicht, sondern hinterfrage. Ich will auch keinem meine Meinung aufzwingen. Ich persönlich werde das Delphinarium einfach weiterhin meiden. Weil ich so eine Tierhaltung weiterhin nicht unterstütze und die im RTL Beitrag genannten Pannen nicht finanziell unterstützen will bzw. den dargestellten Umgang mit Psychopharma nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann!




Bildquelle & Bildrechte: WDSF | WDSF Homepage Header

Auf der Homepage des WDSF (Wal- und Delfinschutz Forum) fand ich ebenfalls einen detaillierten negativ Beitrag über das Delphinarium Nürnberg, der alle Pannen der letzten 4 Jahre chronologisch aufzeigt. Hier geht's zum Artikel des WDSF


Mein Schlusswort

Mir persönlich liegt dieses Thema am Herzen, weshalb ich es mit unserer doch großen Lesercommunity teile. Ihr könnt euch selbst ein Bild darüber machen und mir gerne eure Meinung dazu mitteilen. Ich freue mich auf einen regen Austausch! Bitte beachtet das wir auf meinem Blog alle respektvoll miteinander umgehen! Wir akzeptieren die Meinung Anderer ohne Beleidigend oder Ausfallend zu werden!